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VOM ROHLING ZUM MEISTERSCHLIFF.

TEXTWERKSTATT

Sprache ist ein Kulturgut. Genau wie Kulturen entwickelt auch sie sich weiter und verändert sich stetig. Je nach dem, an wen wir uns richten, klingt sie anders. Zielpersonenoptimiert. Und spätestens seit der Digitalisierung auch medienoptimiert. Worte werden zu Text und im Idealfall zu Bildern. Wie? Mit Gespür. Und viel Handwerk.

Worte haben Kraft. Wer mit ihnen richtig umgeht, ist stark. Wortstark eben. Geschrieben kommen da noch mehr Faktoren hinzu. Diese Vorstellung vom kreativen Schreibtalent, rauchend unaufhaltsam in die Tasten hauend, prägnante Sätze am Laufband produzierend – ein Klischee. Dieses Bild vom Social-Media-Crack, einen viralen Post nach dem anderen raushauend, Likes erhaschend, den Algorithmus für sich arbeiten lassend – eine Utopie. Talent ist Basis. Fleiss ist Pflicht. Denn ein guter Text ist Handwerk. Ein guter, kurzer Text eine filigrane Schnitzerei.

Aus welchem Holz sind die Leser geschnitzt? 

In Westeuropa können die meisten Menschen lesen und schreiben. Aber bei weitem nicht alle auf dem gleichen Niveau. Wir dürfen uns in der Kommunikation nicht auf die Leserschaft verlassen. Nur weil sie einen Text von uns vorgelegt bekommt, wird sie diesen nicht automatisch konsumieren. Wie bringen wir sie dazu?

Zuerst müssen wir Texter*innen eine Berufskrankheit überwinden: die Wortgewandtheit. Unsere Sprache bewegt sich im DELF-Niveau bestimmt auf C1, besser aber C2. Die meisten deutschsprachigen Menschen liegen jedoch bei B1. Verfassen wir Werbetexte auf unserem gewohnten Sprachniveau, wirkt dies elitär und bleibt nicht haften. Fragt euch deshalb: «Wer liest das? Welche Sprache verstehen sie?».

Vom Rohling zum Kunstwerk

Et voilà! Das grobe Textgerüst steht. Also Wörter zählen. Kürzen. Mehr Emotionen. Doch sachlicher? Bullet Points. Spitzmarke. Auszeichnungen. Oder doch lieber ein Zwischentitel? Variante B verfassen. Checkliste durchgehen. Check. Check. Wiederholung. Mist. Synonym suchen. Check. Schlusscheck. Erster Entwurf – Check.

Aufwand?

Höchstwahrscheinlich mehrere Stunden Konzeption, Kreation und Feinschliff. Warum ist es all die Zeit und Mühen wert? Weil es das Werk vom Meisterwerk unterscheidet. Und da bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen ist, muss das Texthandwerk gelernt sein. Könnt ihr das auch? Theoretisch – vielleicht – mit Begeisterung, Begabung und Biss. Das Schöne ist: Ihr müsst nicht alles können. Findet diejenigen, die sich abheben. Mit Freude Aufträge annehmen. Konstant super Arbeit abgeben. Sie machen die Massnahme zum Erfolg.